23.04.12

India

Am Sonntag wurde mir mal wieder klar, dass auch wir gut informierten Europäer nur hören, was wir hören sollen und sehen, was wir sehen sollen.
Der Grund warum einige E-Mails und Anrufe in letzter Zeit unbeantwortet blieben und ich einige von Indien aus gesendete Dateien nicht öffnen konnte, ist  - und das wird ganz offiziell von den Behörden zugegeben -, dass E-Mails und Telefongespräche meiner Freunde gemonitort werden. Was meint, dass die Postfächer gehackt sind man mit Trojanern versucht die Empfänger-Rechner zu untersuchen und die Telefongespräche mitgeschnitten werden, wenn man sie überhaupt durchlässt. Natürlich alles nur aus Sorge um die Sicherheit meiner Freunde. Wenigstens wurde ihnen das so mitgeteilt.
Lange hat mich dieser freundliche Sicherheitsservice nicht weiter beachtet, aber irgendwas muss ich geschrieben haben, was zur folge hat, dass auch meine Mails manchmal gar nicht ankommen.

Okay, ich wusste immer um den Waffenhandel in dieser Region und die unruhige Ecken. Ich wusste auch schon immer, dass dort Firmen und politische Gruppen ihre nicht immer menschenfreundlichen Interessen vertreten und massiv auf die Bevölkerung einwirken und dass es immer wieder Streit um Land gibt.. Ich weiß von Drive-By-Shoutings und Brandsätzen. Aber im Großen und Ganzen ist die Gegend - wenigstens für meine Maßstäbe - sicher.
Ich habe mich bisher dafür nie sonderlich interessiert und nie darüber geschrieben. Ich hab mich mit Mückennetzen, Malaria-Medis und Schulkinder interessiert, hab nach den Seminaristen und Krankenschwestern gefragt und mich über die wachsende Zahl von katholischen Familien in der Gegend gefreut und die Auszeichnungen der Kinder in den traditionellen Tanzwettbewerben bewundert.
So...Ich hab keine Ahnung was los ist.

Aber zu den Dingen, die mich - und vllt. auch Euch - interessieren. Kleine Einführung:

Father Tom hatte 2008 das Minor Seminary als Leiter übernommen, waren damals ca 40 jungen Männern in der Ausbildung, heute sind über 70, gestartet wurde es 1992 mit sieben jungen Männern.

Das Foto ist von 2008 und der zufriedene Mann in der Mitte ist Bischof John Moolachira.




Father Thankachan Joseph hat ebenfalls 2008 eine Gemeindeneugründung in Rongmongve übernommen. Die Dörfer, die er betreut, liegen teilweise mehr als 30km auseinander. Straßen, ja, die gibt es, aber sie sind für Fahrzeuge weitgehend unpassierbar, was meint, man muss gut zu Fuß sein. Für den Fall, dass ihr als Öko-Touris wegen der Slow Loris und der Nashörner mal in die Gegend kommt, Messzeiten in St. Paul's Rongmongve sind sonntags um 9:00Uhr in englischer Sprache, wochentags um 6:30 Uhr in Karbi. Inzwischen gibt es dort eine Schule - Dank der Notre Dame Sisters, die 2009 die Arbeit aufnahmen- und eine Gesundheitsstation. Da Schulwege für viele Kinder zu weit ist, um täglich nach Hause zu gehen, ist das nächste Ziel ein Schlafsaal für die Kinder zu bauen.
Und eine Lösung für ein Gesundheits-Problem, was nicht mit Mücken zu tun hat. Davon aber später.

 
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