Also, ich weiß noch wie wahnsinnig ich mich über Petz gefreut habe. Ich war drei und meine Eltern haben mir zu Weihnachten einen weißen Teddy mit roter Schleife geschenkt. Ihn gibt es immer noch und obwohl er inzwischen grau ist und sein Innenleben rieselt, die Ohren und Augen mehrfach neu angenäht wurden und die Nase nachgestickt werden musste, sitzt er immer noch im meinem Schrank. Sitzt wohlgemerkt.
Ich weiß auch noch, was es für ein riesen Drama war, als meine Bekannte Chico, den Teddy ihrer Tochter abends auf einer Raststätte auf den Weg in den Urlaub vergessen hatten. Die Eltern hatten das schlafende Kind nach der Rast ins Auto buxiert und als die Kurze dann kurz vor dem Ziel aufwachte, gab es kein Geschrei, sondern dicke Kullertränen und selbst die Ankunft am Ferienort half ihrer Stimmung nicht wieder auf. Die Eltern telefonierten mit dem Rasthof - oder besser ein netter Hotelangestellter tat das - der einen Suchtrupp losschickte und einen halben Tag in allen Ecken der Raststätte ohne Erfolg suchte. Noch mehr Tränen. Dann rief man bei der Oma an, die sich noch daran erinnern konnte, wo sie den Teddy gekauft hatte. Sie machte sich auf, fand heraus von welcher Firma der Teddy war und telefonierte eine Wochen mit Spielzeuggeschäften und fuhr jeden Händler an, der die Marke im Programm hatte bis sie einen Teddy aus der selben Serie fand und ihrer Enkelin am Telefon glaubhaft versichern konnte, dass ihr Chico bei ihr aufgetaucht war. Chico sei - weil er die Ferien-Anschrift nicht wusste - einfach per LKW zu ihr nach Hause getrampt. Wegen der Fragen, die dieser Geschichte bei dem Kind aufwarf- so einfach kann man sie ja nun doch nicht belügen - erfand die Oma noch einen netten LKW-Fahrer mit Namen Tom Schmitz, der aus Gütersloh kam und einen blauen MAN - LKW fuhr. Die Detailgenauigkeit mit der Oma den LKW beschrieb, war es wohl, die überzeugte. Letzte Urlaubswoche gerettet! Noch Monate danach fragte die Kurze bei jedem blauen LKW, dem sie auf der Autobahn begegnete, ob ein Auto-Schild im "Tom" drauf, hinter der Windschutzscheibe zu sehen wäre.
Andere Eltern machen sich Gedanken, wie ihre Kinder darauf reagieren, wenn sie erfahren, dass es den Osterhasen nicht gibt. Meine Bekannten sorgten sich darum, was passiert wenn ihr Kind mal rauskriegt, dass Stofftiere auch im Notfall nicht sprechen können und es Tom Schmitz nicht gibt.
Es wurde sich darauf geeinigt, dass die Heimatadresse irgendwie auf der Teddy-Schleife gestanden hätte, die - ganz klar- jetzt leider nicht mehr zu sehen wäre, weil Chico ja regelmäßig gebadet wurde - nicht gewaschen, gebadet! Nur für den Fall...
Die Kurze hat inzwischen selber Kurze und hätte im Fall der Fälle nach eigenen Auskünften keine Schwierigkeiten Tom Schmitz - den Helden ihrer Kindertage - wiedererstehen zu lassen.
Auch Chico No. 2 gibt es übrigens immer noch.
Langer Schreiberei kurzer Sinn, ich weiß wie wichtig Stofftiere oder Puppen für Kinder sind.
Auf der anderen Seite kann ich die Kritik an Weihnachten im Schuhkarton verstehen.
Meine muslimischen Arbeitskollegen werden nicht die einzigen sein, die fest daran glauben, dass christliche Hilfsorganisationen eh nur ein Ziel haben, nämlich arme Leute in ihren Heimatländern mit Geschenken zur Konversion zu bringen. Denn schließlich ist der Islam allen anderen Religionen haushoch überlegen und Konversionen zu einer so moralisch und historisch zweifelhaften Religion wie dem Christentum, nur durch Zwang oder eben dem Ausnutzen von persönlichen Notlagen überhaupt denkbar. Mir scheint, nachdem ich dieses Thema mal vor einigen Jahren - damals ging es eigentlich eher, um inter-religiöse Nikolausfeiern, aber egal - angesprochen hatte, dass es in jeder Moschee-Gemeinde jemanden gibt, der jemanden kennt, des Onkel / Tante/ Cousin in Nordafrika, Afghanistan, Libanon, Ex-Jugo oder auch hier in Deutschland mal jemandem begegnet ist, dessen Onkel / Tante/ Cousin einen Bekannten hat, der solchen reisenden Rattenfängern fast auf den Leim gegangen wäre.
Zudem glaubt fast jeder meiner muslimischen Kollegen, dass christliche Hilfsorganisationen es darauf anlegen, muslimische Staaten zu destabilisieren. Ihre Hilfe also, wenn sie nicht direkt auf das Konvertiten-machen aus ist, zu mindest politisch motiviert ist.
Auch wenn es diese Heerscharen von Leuten vielleicht genau so wenig gibt wie Tom Schmitz aus Gütersloh und seinen LKW, sehe ich hier eine breite Lücke im sonst so dicht wucherndem Dialog-Dickicht.
Ich finde, es sollte möglich sein, auch für Muslime darzustellen warum, wer, was und wo in Sachen christlichem Hilfsdiensten durch die Gegend rennt.
Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass unsere Orthodoxen Schwesterkirchen vielleicht auch nicht immer von brüderlicher Liebe übermannt werden, wenn sie sehen, dass nicht nur Teddys verteilt werden.
Ich weiß auch noch, was es für ein riesen Drama war, als meine Bekannte Chico, den Teddy ihrer Tochter abends auf einer Raststätte auf den Weg in den Urlaub vergessen hatten. Die Eltern hatten das schlafende Kind nach der Rast ins Auto buxiert und als die Kurze dann kurz vor dem Ziel aufwachte, gab es kein Geschrei, sondern dicke Kullertränen und selbst die Ankunft am Ferienort half ihrer Stimmung nicht wieder auf. Die Eltern telefonierten mit dem Rasthof - oder besser ein netter Hotelangestellter tat das - der einen Suchtrupp losschickte und einen halben Tag in allen Ecken der Raststätte ohne Erfolg suchte. Noch mehr Tränen. Dann rief man bei der Oma an, die sich noch daran erinnern konnte, wo sie den Teddy gekauft hatte. Sie machte sich auf, fand heraus von welcher Firma der Teddy war und telefonierte eine Wochen mit Spielzeuggeschäften und fuhr jeden Händler an, der die Marke im Programm hatte bis sie einen Teddy aus der selben Serie fand und ihrer Enkelin am Telefon glaubhaft versichern konnte, dass ihr Chico bei ihr aufgetaucht war. Chico sei - weil er die Ferien-Anschrift nicht wusste - einfach per LKW zu ihr nach Hause getrampt. Wegen der Fragen, die dieser Geschichte bei dem Kind aufwarf- so einfach kann man sie ja nun doch nicht belügen - erfand die Oma noch einen netten LKW-Fahrer mit Namen Tom Schmitz, der aus Gütersloh kam und einen blauen MAN - LKW fuhr. Die Detailgenauigkeit mit der Oma den LKW beschrieb, war es wohl, die überzeugte. Letzte Urlaubswoche gerettet! Noch Monate danach fragte die Kurze bei jedem blauen LKW, dem sie auf der Autobahn begegnete, ob ein Auto-Schild im "Tom" drauf, hinter der Windschutzscheibe zu sehen wäre.
Andere Eltern machen sich Gedanken, wie ihre Kinder darauf reagieren, wenn sie erfahren, dass es den Osterhasen nicht gibt. Meine Bekannten sorgten sich darum, was passiert wenn ihr Kind mal rauskriegt, dass Stofftiere auch im Notfall nicht sprechen können und es Tom Schmitz nicht gibt.
Es wurde sich darauf geeinigt, dass die Heimatadresse irgendwie auf der Teddy-Schleife gestanden hätte, die - ganz klar- jetzt leider nicht mehr zu sehen wäre, weil Chico ja regelmäßig gebadet wurde - nicht gewaschen, gebadet! Nur für den Fall...
Die Kurze hat inzwischen selber Kurze und hätte im Fall der Fälle nach eigenen Auskünften keine Schwierigkeiten Tom Schmitz - den Helden ihrer Kindertage - wiedererstehen zu lassen.
Auch Chico No. 2 gibt es übrigens immer noch.
Langer Schreiberei kurzer Sinn, ich weiß wie wichtig Stofftiere oder Puppen für Kinder sind.
Auf der anderen Seite kann ich die Kritik an Weihnachten im Schuhkarton verstehen.
Meine muslimischen Arbeitskollegen werden nicht die einzigen sein, die fest daran glauben, dass christliche Hilfsorganisationen eh nur ein Ziel haben, nämlich arme Leute in ihren Heimatländern mit Geschenken zur Konversion zu bringen. Denn schließlich ist der Islam allen anderen Religionen haushoch überlegen und Konversionen zu einer so moralisch und historisch zweifelhaften Religion wie dem Christentum, nur durch Zwang oder eben dem Ausnutzen von persönlichen Notlagen überhaupt denkbar. Mir scheint, nachdem ich dieses Thema mal vor einigen Jahren - damals ging es eigentlich eher, um inter-religiöse Nikolausfeiern, aber egal - angesprochen hatte, dass es in jeder Moschee-Gemeinde jemanden gibt, der jemanden kennt, des Onkel / Tante/ Cousin in Nordafrika, Afghanistan, Libanon, Ex-Jugo oder auch hier in Deutschland mal jemandem begegnet ist, dessen Onkel / Tante/ Cousin einen Bekannten hat, der solchen reisenden Rattenfängern fast auf den Leim gegangen wäre.
Zudem glaubt fast jeder meiner muslimischen Kollegen, dass christliche Hilfsorganisationen es darauf anlegen, muslimische Staaten zu destabilisieren. Ihre Hilfe also, wenn sie nicht direkt auf das Konvertiten-machen aus ist, zu mindest politisch motiviert ist.
Auch wenn es diese Heerscharen von Leuten vielleicht genau so wenig gibt wie Tom Schmitz aus Gütersloh und seinen LKW, sehe ich hier eine breite Lücke im sonst so dicht wucherndem Dialog-Dickicht.
Ich finde, es sollte möglich sein, auch für Muslime darzustellen warum, wer, was und wo in Sachen christlichem Hilfsdiensten durch die Gegend rennt.
Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass unsere Orthodoxen Schwesterkirchen vielleicht auch nicht immer von brüderlicher Liebe übermannt werden, wenn sie sehen, dass nicht nur Teddys verteilt werden.
Mich persönlich macht es etwas.... hmmm.... nun... unconfortable, wenn man mit ganz wenigen Clicks von der Schuhkarton-Seite auf die Seite der Broschüre gelangt, die mit den Kartons verteilt wird, die selbstverständlich ein Zeugnis einer jungen Polin enthält, die sich aufgrund des Schuhkartons und der darauffolgenden Einladung zum Gottesdienst aus der katholischen Kirche verabschiedet hat inkl. Foto von ihrer "Taufe" und ein weiter Click und man gelangt auf die Seite eines christlichen Buchhandels, die anti-katholische Medien anbietet und Bücher von Richard Bennett als großartige Hilfe zum Gespräch mit Katholiken anpreist.
Da muss jemand wirklich richtig Ahnung haben. Auf mich wirkt alles was Bennett auf Youtube und in seinen Bücher ablässt eher wie ..... nun, if you wanne pick a fight, faselt den Unsinn nach, den Bennett verbreitet.
Da muss jemand wirklich richtig Ahnung haben. Auf mich wirkt alles was Bennett auf Youtube und in seinen Bücher ablässt eher wie ..... nun, if you wanne pick a fight, faselt den Unsinn nach, den Bennett verbreitet.
So, wenn man denn schon Klamotten, um die halbe Welt schippern will, kann man das tun. Jedoch ohne Gefahr zu laufen, dass die Empfänger hinterher glauben, man würde zu den gehören, die a) keine Ahnung haben, dass sie dem Tier aus der Offenbarung huldigen und b) man kann es mit einer Orga, die auch dafür sorgt, dass es den Kindern langfristig besser geht.
In Deutsch gibt es das übrigens auch!
Lesenswerter etwas älterer Artikel über Magnus MacFarlane-Barrow.
Dem Gründer von Marys Meals.
Lesenswerter etwas älterer Artikel über Magnus MacFarlane-Barrow.
Dem Gründer von Marys Meals.
Von daher Cheers den Bischöfen, die Weihnachten im Schuhkarton aus ihren Diözesen gekickt haben.
Man muss ja auch mal sagen, wenn sie aufpassen. Die Sache mit den Hunden, die nicht bellen, hängt
ihnen ja öfters an.
Ich habe mir die Internetseite von "Weihnachten im Schuhkarton" genau angesehen. Da steht klipp und klar, dass die Broschüre nicht automatisch beigelegt wird.
AntwortenLöschenDie Broschüre selbst ist dort im pdf-Format einsehbar; ich kann daran nichts beanstanden.
Ich empfehle einen Blick in:
http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/ablauf-der-verteilungen/kontroverse-fragen/
http://www.geschenke-der-hoffnung.org/ueber-uns/mission/verpflichtung/
http://www.geschenke-der-hoffnung.org/fileadmin/user_upload/Infomaterial/Das-allergroesste-Geschenk.pdf
Haben Sie mal die strahlenden Gesichter der armen Kinder gesehen, wenn sie das Päckchen bekommen, oft genug ihr einziger persönlicher Besitz?!
Oh, dann muss das in Polen wohl ein Versehen gewesen sein.
AntwortenLöschenIch mag da aufgrund meiner Erfahrungen etwas empfindlich sein, aber mir wird ganz anders, wenn ich in der von dir aufgeführten Broschüre die deutsche Version of the "Sinners Prayer" für Kinder lese.
Und ganz sicher ist es dann auch ein Versehen, dass man auf der Seite des Vereins, die die Beilagen produziert, von dem erfolgreichen Bekehrung von Katholiken berichtet wird, die dann auch direkt mit "Tauffotos" belegt wird.
Wiedertaufe geht so gar nicht.
Und selbstverständlich, wird man sich wahrscheinlich auf genaue Nachfragen beim Verein von der Promotion anti-katholischer Hefte und Bücher distanzieren.
Dass ich katholisch bin, ist kein Unfall und es gibt gute katholische Organisationen, die gerade Osteuropa-Hilfe - auch Kinderhilfe - seit vielen Jahrzehnten erfolgreich und nachhaltig leisten.
Kirche in Not ist eine von diesen Organisationen, die auch ein super schönes Kinderprogramm haben und wirklich mit unseren Gemeinden vor Ort partnerschaftlich zusammenarbeiten.
Der Oragnisation geht es - jedenfalls erweckt sie bei mir den Eindruck - eben nicht darum Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu organisieren, sondern ganz klar darum Mitglieder für ihre Gemeinden zu werben und dabei scheint es ihnen auch recht sich Unterstützung von massiv anti-katholischen Spinnern zu holen.
Wer braucht schon Wahrheit, wenn man einen Teddy hat. Oder was?
Ich habe garnicht gewusst, dass wir schon Brüderschaft getrunken haben.
AntwortenLöschenAber um auf's Thema zurückzukommen:
Handelt es sich überhaupt um die gleiche Sache?
In dem oben von mir verlinkten Verteilheftchen ("Das allergrößte Geschenk") kann ich von alldem nichts finden.
Veröffentlichen Sie doch bitte die detaillierten
Links, damit wäre den Lesern geholfen.
Seite 29 angucken, Liebelein.
AntwortenLöschenIch bin mir sich, dass alle anderen Leser das auf Anhieb gefunden haben. Ist ja nicht zu übersehen.
Dass man es schafft. katholische Geimeinder zur mitarbeit an der Verbreitung des American Gospels of Wealth, Health und Prosperity zu bewegen, ist schon ganz großes Tennis.
Und damit wir so richtig anstoßen können.
Name, Mailadresse und/oder URL.Und überigens my Blog my rules.
Naja, man kann sich drüber streiten, ob das "Sinner's Prayer" oder "Altar Calls" wirklich notwendig sind oder nicht. Ich hatte bisher noch nie den Eindruck, dass sie schädlich waren. Die Geschichte von der Polin habe ich bis jetzt nicht gefunden.
AntwortenLöschenKlar: Die Armut wird nicht mit einem Schuhkarton beseitigt. Die ist meistens gesellschaftlich und politisch bedingt und nur dann zu beseitigen, wenn sich im großen Stil was ändert. Aber einem Kind eine Freude zu machen, da kann ich nichts Schlechtes dabei finden.
Ich habe mir nicht nur die Seite 29, sondern die ganze Broschüre angeguckt.
AntwortenLöschenNichts Befremdliches festgestellt.
Haben Sie vielleicht eine ältere Ausgabe erwischt.
Meine ist diese:
http://www.geschenke-der-hoffnung.org/fileadmin/user_upload/Infomaterial/Das-allergroesste-Geschenk.pdf
Was Sie mit den englischen Begriffen meinen,
kann ich leider nicht deuten, da ich kein
Englisch in der Schule hatte.
Die beschenkten Kinder hatten jedenfalls ihre
helle Freude.
Weder die evangelische Kirche noch die Deutsche Bischofskonferenz kritisieren diese Hilfsmaßnahme. Das nur zur Info.
Äääh, die EKD an sich zwar nicht, aber ...
AntwortenLöschenhttp://www.evangelisch.de/themen/religion/teddys-und-mission-weihnachten-im-schuhkarton50575
Oh, wow. Seit wann hat auf katholischen Blogs denn evangelisch.de die Deutungshoheit über gut oder schlecht? Könnte das nicht auch daran liegen, dass bei der Adresse evangelikale Missionswerke grundsätzlich als Konkurrenz gesehen werden?
AntwortenLöschenWie gesagt: Über Sinn und Unsinn der Traktate und vielleicht sogar über die Schuhkartons selbst kann man sich streiten. Darüber, dass mit Entwicklungshilfe auch missionarische Tätigkeit verbunden ist, nicht - zumindest nicht, wenn man sich die diesbezüglichen Aussagen von Jesus zu Gemüte führt.
Wenn allerdings die scheinbar "missionarische Tätigkeit“ dazu führt, dass evangelikale "Wiedergeborene" in den Ländern, in denen die Aktion durchgeführt wird, katholische Christen des falschen Glaubens bezichtigen, dann ist das nicht missionarisch, sondern fundamentalistisch und ganz bestimmt nicht im Sinne Jesu Christi.
AntwortenLöschenUnd genau das ist der springende Punkt bei fast allen Evangelikalen: Sie sind in der Lage, semi-gefestigte Standardkatholiken, die nicht jedes Bibelwort in- und auswendig kennen, in ihrem Glauben zu verunsichern. Da genügt schon ein Nachbar, der dich an einem Sonntag in „die Gemeinde“ einlädt, wo du nach dem Gottesdienst gefragt wirst, ob du noch schnell zum Kaffee bleiben möchtest. Du kommst dann vielleicht mit einem Hausgruppenleiter ins Gespräch, erzählst ihm von der Mitarbeit in der katholischen Pfarrei, erwähnst in einem Nebensatz ganz beiläufig die Fahrt zur Freiburger Papstmesse oder die Taufe der Cousine am letzten Sonntag – und dann geht’s rund. Er verklickert dir dann: Das alles ist nicht biblisch. Die Kirche schafft sich selbst ab. Und sowieso kann man’s mit freiem Stuhlkreis-Sprachengebet und dergleichen eh besser. Kurz vor der Verabschiedung lernst du dann noch die hübsche Tochter kennen, die voller Elan eine Worship-Gruppe leitet – und dann bist du erstmal baff, wenn du an die Seniorenkreise der eigenen Pfarrei denkst … Aber man muss bei aller Fundamentalismus-Kritik klar sagen: Wir können von denen vieles lernen!
AntwortenLöschenIch sehe das auch sehr kritisch, weil die Kartons über die Evangelikale Gemeinden vertrieben werden und ich Safe extra vertrieben weil jeder der schonmal von evangelikalen Missionaren im Ausland angesprochen worden ist, weiß wie ernst sie ihre missio nehmen und da kann man leider schnell unterstellen, dass der Karton nur einem Zweck dient.....
AntwortenLöschenOkay, bevor es hier weiteres an einander vorbei posten gibt. Mehrere Bistümer inkl. das in dem ich rumhocke, haben sehr ausdrücklich gebeten, diese Organisation nicht zu unterstützen. Einige Gemeinden waren etwas angefressen, weil sie bei der Aktion mitmachen und Gemeinderäume etc. für die Sammelaktion zur Verfügung stellen, im Kindergarten bzw. Jugendgruppen dafür sammeln.
AntwortenLöschenMein Erzbischof bat ausdrücklich hier kein Unterstützung finanziell oder andere zu geben und lieber an Missio, Adveniat,Caritas o. a. katholischer Orgas zu spenden.
Viele der Leute, die erst angefressen waren, denken übrigens nun anders - da sie mal einen Blick auf die Organisation geworfen haben - etwas über dieses "Verbot". Inklusive Leute aus meiner Familie, die man nun wirklich nicht als super-katholisch bezeichnen kann. Die sich aber unter der "Beilage" eher was wie dies hier
http://www.amazon.de/Bestseller-Pixi-Weihnachtsgeschichte-Einzeltitel/dp/3551050074/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1321456411&sr=8-2#reader_3551050074
vorgestellt hatte.
Hier wurden offensichtlich auch Spender im Unklaren über die Art der Mission und ihre Haltung zur Kirche gelassen.
Nachdem ich nun zwei Beiträge geschrieben habe
AntwortenLöschenund blogger.com sie einfach ins Nirvana geschickt hat, versuche ich es nun nocheinmal:
AntwortenLöschenMeines Erachtens nach müssen wir für eine vernünftige Diskussion die verschiedenen Argumente auseinanderhalten:
1. Die Diözesanbeauftragten lehnen "Weihnachten im Schuhkarton" ab, weil es nichts bringt.
2. evangelisch.de und die dahinter stehenden kirchlichen Gemeinschaften lehnen "Weihnachten im Schuhkarton" ab, weil es missionarisch ist.
3. B. und Christoph lehnen "Weihnachten im Schuhkarton" ab, weil es antikatholisch ist.
4. B lehnt "Weihnachten im Schuhkarton" ab, weil Kardinal Meisner dagegen ist.
Die Argumente 1 und 2 halte ich für indiskutabel. Für die Behauptung der Kirchenfeindlichkeit fehlen mir noch immer die Belege, die auch ein anonymer Poster vor mir nicht gefunden hat - ein Link würde da schon helfen.
Auch das vierte Argument finde ich bisher nicht sehr überzeugend. Ich konnte bisher nur irgendwelche Stellungnahmen irgendwelcher Beauftragter lesen., keineswegs aber eine Stellungnahme von Kardinal Meisner.
Vermutlich steht in der Broschüre nichts von einer anti-katholischen Grundhaltung. Und das Foto mit dem katholischen Mädchen, das sich erneut hat taufen lassen und somit "wiedergeboren" ist, muss auch nicht unbedingt ein Angriff auf das Katholische sein. Du kannst selbst in katholischen Kreisen von evangelikalen Christen hören, die sich firmen ließen.
AntwortenLöschenMan kann eher die Bücher-Shops kritisieren, die unmittelbar mit der Aktion verwurzelt sind und in denen man ganz sicher keinen Benedikt XVI. findet, sondern die ganz gezielt auf die RKK wettern.
@ Chritoph (und zur Info auch Dybart) genau das verstehe ich unter der Mission der Evangelikalen, das Wettern gegen die RKK.
AntwortenLöschenIch glaube, hier wird doch zu viel über einen Kamm geschoben. Da narrt uns dieser nichtssagende Kunstbegriff "evangelikal" einmal mehr. Das Spektrum, das sich hinter diesem Wort verbirgt, ist breit; und, klar, es gibt einige Freikirchen, die militant antikatholisch sind. Die sind allerdings auch militant gegenüber allen anderen, die nicht durch ihre eigene Schablone passen.
AntwortenLöschenEs gibt aber auch solche, die die Lehrunterschiede zur katholischen Kirche kennen und gläubige Katholiken (das ist leider Gottes keine Tautologie mehr...) als Geschwister im Glauben sehen.
Was "Samaritans Purse" anbelangt: Ich bin nicht über jedes Druckerzeugnis informiert, aber antikatholische Ausfälle wären mir von einem Billy-Graham-Werk eher fremd. So was kenne ich eher von Chick-Traktaten, und die sind selbst in der protestantischen Welt ein Nischenprodukt für Freaks.
Mein Ziel als Pastor zumindest ist es nicht, Katholiken zu Protestanten zu machen, sondern Menschen zu Jüngern Jesu zu machen. Da muss ich offen einräumen, dass es in meiner Gemeinde auch Leute gibt, die einstmals katholisch waren und heute in einer freikirchlichen Gemeinde sind. Die Gründe dafür lagen nicht in aggressiver evangelikaler Missionstätigkeit, sondern im Vermissen von im Alltag gelebtem Glauben innerhalb der Ortskirche. Von Gemeinschaft der Heiligen, die erlebbar ist und nicht nur ein Prinzip auf dem Papier. Von lebendiger Katechese, nicht nur blanker Wissensvermittlung. Von Lebendigkeit überhaupt.
Es liegt mir völlig fern, der Kirche oder einem der Priester einen Vorwurf zu machen. Aber hier offenbart sich ein Bedürfnis, das weder unbiblisch noch antikatholisch ist, und ich habe, in aller Bescheidenheit, den Eindruck, dass hier in der Kirche ein Feld zu bestellen ist ...
Ich danke für den Beitrag und für diese Diskussion.
AntwortenLöschenIch mache ja kein Geheimnis daraus, dass ich die Aktion sehr befürworte und Gründe wie fehlende Nachhaltigkeit und unökologische Transporte für an den Haaren herbei gezogen halte.
Die Frage der Wahrheit ist allerdings eine, die ich mir auch stelle. Es gibt da immer wieder ganz klar antikatholische Dinge. Darf ich die denn mit unterstützen?
Nein, antikatholisches darf ich nicht unterstützen. Die Verbreitung der frohen Botschaft hingegen muss ich sogar unterstützen. Und wenn beides gemischt vorkommt, wie hier?
Ich denke dazu folgendes. Es ist zu einfach, alles, was antikatholische Anteile hat, zu verwerfen. Das Ziel ist immer Gott. Nach meiner festen Überzeugung verwirklicht sich dieses Ziel vollständig nur in seiner Kirche. Doch das kann ich nicht per Gesetz einführen. Wenn die Kirche nicht so präsent ist, dass die Menschen in ihr die Heimat finden, kann es passieren, dass sie woanders suchen. Suchen sie dabei nach Gott, habe ich das Vertrauen, dass er sie halten und führen wird. Ich kenne einige Ex-Katholiken, die jetzt gläubige Freikirchler sind. Vorher waren sie ungläubige Katholiken, d.h. getauft, aber ohne Beziehung zu Gott. Sie fanden Gott nicht in unserer Kirche, was nicht ihre Schuld war. Als sie ihn woanders fanden, war es für sie ein Fortschritt im Glauben, dorthin zu gehen. Diesen Schritt kann ich weder ihnen vorwerfen, noch denen, die sie dazu brachten. Denn die brachten den Glauben auch zu vielen Heiden. Solange ich nicht mit meiner Kirche präsent bin, um es selbst zu tun, bin ich über jeden Menschen froh, der anderen von Christus erzählt. Und wenn durch diese Erzählungen auch ein Katholik sich „von-der-Kirche-weg-bekehrt“, stellt das mich mindestens genauso in Frage wie den, der ihn „bekehrte“. Ich muss damit leben, dass nicht alles rund läuft bei der Mission. Aber eine unrunde Mission ist besser als keine: solange Christus verkündet wird, darf ich das verbessern, aber nicht bekämpfen.
Gezielt antikatholische Bücher und Anleitungen sind zu überwinden. Aber nicht dadurch, dass ich die Mission bekämpfe, die ich nicht besser mache.
Leuz, ich glaube wir reden teilweise aneinander vorbei.
AntwortenLöschenWenn ich mich über Gemeinden aufrege, die ihre Leute nur mangelhaft auf die Sakramente vorbereiten und lieber besinnliche Stuhlkreise aufstellen statt Beichtgelegenheiten anbieten, oder mich mehr als nur wundere, wenn es Selbstgestricktes zum Hochgebet gibt, oder ich einen Hals auf Leute schiebe, die das Weihesakrament an Frauen simulieren, wäre es wohl ziemlich Schizo, wenn ich Leute unterstützen würde, die es für einen tollen Missionserfolg halten, wenn sie Menschen gänzlich von den Sakramenten abschneiden. Wenn oben angeführter gequirlter Mist in unseren Gemeinden passiert und es für jedes bedürftige Kind zuvor einen Teddy gäbe, würde es doch auch aus dem Mist keine Torte machen, oder?
Wie gesagt, ich mag da etwas überempfindlich sein, aber spätestens bei Wiedertauf verliere ich jeglichen Humor. Man muss mir da nicht Recht geben, aber für mich ist das weniger ein Angriff aufs Katholische, sondern ein Angriff auf DEN der in der EINEN Taufe schon gehandelt hat. Auch wenn es alle Beteiligten bestimmt immer nur gut meinen. Und ein Bekehrungsgebet oder Altaraufruf mag noch niemandem geschadet haben, sie sind aber kein Ersatz für Sakramente. Das hat nichts mit Konkurrenz zu tun, Sakramente sind völlig konkurrenzlos.
Und nochmals: Ja, Kinder freuen sich über die Geschenke. Bei den Erwachsenen kommt die Aktion allerdings vllt. nicht ganz so gut an. Auch wenn man vllt. inzwischen davon abgekommen ist muslimische Länder zu "beschenken", solche Aktionen passen wie maßgeschneidert in den Katalog von Feindbildern, die ausnahmslos jeder Muslim mit dem ich es zu tun habe, mit sich rumträgt. Und ich wette nen Kasten Früh drauf, dass es bei vielen anderen Leuten gerade in den Zielländern genau so rüber kommt. Die Christen haben keine Argumente - denn schließlich weiß jeder der ein Gehirn hat und es benutzt, dass ihr ganzer Glaube Humbug ist - und deshalb ködern sie unsere Kinder mit Geschenken, versprechen ihnen, dass ihr Leben ganz supi wird, wenn sie brav den Text auf Seite 29 nachsprechen und verpissen sich, wenn's dann doch nicht so super läuft. Das diese Vorurteile nicht so ganz aus der Luft gegriffen sind, dafür braucht man nicht unbedingt den Blick ins Ausland werfen, da genügt es schon in einem von verschiedenen mehr oder weniger christlichen Vereinen umworbenen sozialen Brennpunkt in Deutschland leben. Ich hab inzwischen eine hübsche Sammlung von Faltblättern, die zu Sonntags-Familien-Frühstück oder Theaterabenden oder kostenloser Kinderbetreuung einladen oder sonstwas. Irgendwo ein unserem Block scheint eine Einladung zur Mission zu hängen, der zwar von unserer Pfarrgemeinde seit 25 Jahren großzügig übersehen wird, aber irgenwie ist sie immer noch da, was sie von 98% der Flyerverteiler unterscheidet. Die 2% der anderen Flyer kommt von einer ev. Freikirche, die seit 80 Jahren, nach einem damals sehr zeitgemäßen Streit mit der landeskirchlichen... äh... reichskirchlichen Obrigkeit, sich von eben dieser getrennt hatte und das ist eine wirklich sehr lebendige Gemeinde mit einem 1a Jugendarbeit und einem fachlich überragenden diakonischen Dienst.
Und ja, manchmal muss ich einen gemischten Sack auch unterstützen, wenn es denn keine Alternativen gibt. Aber es gibt hier Alternativen. Es gibt eine sehr gute Osteuropa-Hilfe im katholischen Bereich siehe Kirche in Not, Renovabis... Siehe auch auf dem Blogroll "Katholisch in Südrussland" dazu gibt es auch einen Verein, der gezielt Probleme vor Ort angeht. Allerdings ist der Teddy da halt manchmal eine Kuh. http://www.dicvosnabrueck.caritas.de/64323.html
Aber wenn wir unbedingt Süßigkeiten und Plüschtiere versenden möchten, können wir da ja mal fragen. Ich bin fast sicher, dass man dort auch Abnehmer findet.